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Digitaler Humanismus

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Warum Digitaler Humanismus im Gewerbeverein?

Der österreichische Gewerbeverein beschäftigt sich seit jeher mit neuer Technologie: Es steckt in der DNA unseres Vereins. Das Referat Arbeit4.0 widmet sich mit dem Themenkreis „Digitalisierung“ diesen neusten technologischen Entwicklungen und was sie für Unternehmer:innen für die erfolgreiche Entwicklung ihres Unternehmens bedeutet.

Künstliche Intelligenz ist aktuell der wichtigste Treiber der Digitalisierung. Sie analysiert digitale Daten, automatisiert menschliche Tätigkeiten und simuliert im weiteren Prozess menschliches Verhalten. Damit stellt sich die Frage nach der Differenzierung Mensch/Maschine, die in der Folge auch gesellschaftliche und politische Auswirkungen hat. Diese aktuelle Entwicklung läutet eine Zeitenwende ein, welche auch die Zukunft von uns Unternehmer:innen gestaltet.

Die übergeordnete Diskussion dazu findet unter dem Schlagwort „Digital Humanism“ statt. Wien kann als Hauptstadt dieses multidisziplinären Ansatzes bezeichnet werden. Im Mai 2019 wurde mit dem „Wiener Manifest für Digitalen Humanismus“ ein wichtiger Meilenstein gesetzt. Im Mai 2023 folgt der erste UNESCO-Lehrstuhl für Digitalen Humanismus an der Technischen Universität Wien.

„Wir müssen Technologien nach menschlichen Werten und Bedürfnissen formen, anstatt nur zuzulassen, dass Technologien Menschen formen.“

*aus dem Wiener Manifest für Digitalen Humanismus

Wir vom ÖGV haben diesen Aufruf verstanden. Gemeinsam entwickeln wir unser Manifest aus unserer Sicht: Was bedeutet Digitaler Humanismus für mich persönlich, als Unternehmerin, als Unternehmer? Welche Richtlinien geben wir uns aus persönlicher Sicht, um unser Unternehmen weiterzuentwickeln?

Die Reise dazu haben wir im Mai 2023 gestartet.

Was ist digitaler Humanismus? Die TU Wien schreibt dazu folgendes:

Die Initiative für digitalen Humanismus: Die Welt, in der wir leben, wird durch die Technologie tiefgreifend geprägt, und es steht viel auf dem Spiel. Digital Humanism befasst sich mit der Entwicklung digitaler Technologien und einer Politik, die auf Menschenrechten, Demokratie, Inklusion und Vielfalt basiert.

Roadmap zum Manifest für digitalen Humanismus für den Unternehmer, die Unternehmerin

2020: Start Senat «Arbeit 4.0»

Der Senat «Arbeit4.0» untersucht, kommentiert und entwickelt seit 2020 ÖGV Standpunkte rund um die Themen Führung, Gesellschaft + Soziales, Infrastruktur und Digitalisierung. Diese 4 Themenkreise sind gemeinsam mit den weiteren Schwerpunkten Bildung und Nachhaltigkeit die entscheidenden Faktoren für uns Unternehmer:innen.

Zu diesen Themen laden wir Expert:innen ein zu einem besonderen Veranstaltungsformat, das uns ermöglicht, Themen offen zu diskutieren: Gin n’Tonic.

 

Mai 2023: Gin n’Tonic, Impuls Prof. Dr. Sabine Seidler, TU Wien

“Technologien wie Künstliche Intelligenz sind auf dem Vormarsch und beeinflussen unseren Alltag schon jetzt in vielen Bereichen. Wir müssen sicherstellen, dass diese technologiegetriebenen Veränderungen mit gesellschaftlichen Spielregeln und Werten kompatibel sind,” sagt Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien und Präsidentin der UNIKO. (*)

Die UNESCO hat der TU Wien im Mai 2023 den ersten Lehrstuhl für Digitalen Humanismus(**) verliehen. Dabei kann die TU auf eine langjährige Tradition in diesem Forschungsgebiet zurückblicken. In Forschung und Lehre stehen dabei ethische Fragen bei der Entwicklung digitaler Technologie an erster Stelle.

Sabine Seidler, die den ÖGV auch als Verwaltungsrätin unterstützt, stand uns für ein persönliches Gespräch zur Verfügung und stellte den Bezug her zur Gestaltung im unternehmerischen Umfel.

(*) Link zur Presseaussendung der TU Wien, 16. Mai 2023: UNESCO verleiht Chair für Digitalen Humanismus an TU Wien

https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/unesco-verleiht-chair-fuer-digitalen-humanismus-an-tu-wien

 

Oktober 2023: Vordenkertag «Künstliche Intelligenz

Wir vom ÖGV haben zu einem besonderen Denkertag ein: „Epochenwende Künstliche Intelligenz“. Diese Einladung folgte einem Grundsatz aus dem Manifest für digitalen Humanimus, dass „Praktiker:innen auf der ganzen Welt sich der gemeinsamen Verantwortung für die Auswirkungen der Informationstechnologien stellen sollen“.

An diesem Vordenkertag waren praxisorientierte Expertenimpulse aus wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Perspektive gleichermaßen. Mit diesen Impulsen haben wir die Prinzipien ausgelotet, die es für eine unternehmerische Zukunft braucht.

Folgende Referenten haben mit ihren Beiträgen für diese Diskussionen im Rahmen eines World Café mögliche Richtungen aufgezeigt:

  • KI – die Revolution hinter dem Hype, Christoph Kremer, Ars Electronica Center, Managing Director
  • tinyML – die verdeckte KI Revolution für eingebettete Systeme am Beispiel des europäischen Projekts ECOMAI, PD Dr. Daniel Mueller-Gritschneder, Technische Universität München & Vanessa Prankl, usePAT
  • Digitaler Humanismus: Warum? Univ.-Prof. Dr. Peter Knees, Lehrstuhl Digitaler Humanismus TU Wien

 

März 2024 bis Frühjahr 2025: Projekt „Manifest DigHum für Unternehmer:innen“

In weiteren World Café Runden diskutieren und bearbeiten wir im ÖGV die Themenbereiche:

  • Nachhaltigkeit
  • Arbeit
  • Ökonomie
  • Bildung

weiter und führen sie bis zum Frühjahr 2025 zusammen in unser Manifest.

Projekt Manifest für digitalen Humanismus für Unternehmer:innen

Themenkreis “Arbeit”

World Café Oktober 2023

Hosts: Gerald Moser, Dagmar Bachrich

Thesen für die Diskussion: Die KI wird eine wichtige Rolle bei der Bewältigung des Fachkräftemangels spielen. Die Frage ist, was wir tun müssen, damit sie nicht zum Geist wird, den wir riefen. Vor allem steht dann die Frage, was wir eigentlich und wirklich wollen: Wollen wir, dass uns die KI die Arbeit erleichtert, oder wollen wir, dass uns die KI intelligentere Werkzeuge zur Verfügung stellt, damit wir unsere Arbeit besser erledigen können. G. Moser

 

Themenkreis “Nachhaltigkeit”

World Café Oktober 2023

Host: Ursula Oberhollenzer

 

Themenkreis “Ökonomie”

World Café Oktober 2023

Hosts: Gerald Zwittkovits, Georg Heinz

Thesen für die Diskussion: KI ist kontextblind, das unterscheidet sie vom Menschen. Gleichzeitig findet eine „Atomisierung“ der Gesellschaft statt. Die einzelnen „Blasen“ verstärken ihre Abgrenzung und die Echoräume werden immer stärker. Damit findet immer weniger gesellschaftliche Reibung statt. Ein grundlegender Diskurs über die KI könnte diesen Trend wieder aufweichen. G. Moser

 

Themenkreis “Bildung”

World Café Oktober 2023

Hosts: Hannes Dangl, Richard Blöss

Weiterführende Literatur // Linksammlung