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30. Juli 2018
30. Juli 2018

Es beginnt schleichend...

Das eine oder andere Missverständnis wird nicht so ernst genommen.
Doch die Konflikte werden langsam größer.
Bis wir eines Tages völlig überrascht vor einem tiefen Abgrund stehen, der uns ein breites Tal präsentiert.

Und die Person, die uns noch bis vor Kurzem vertraut schien, sehen wir plötzlich weit entfernt von uns, diese schier unüberbrückbare Schlucht zwischen uns. Diese Situation kennen wir nur zu gut, wenn im betrieblichen Umfeld Fronten aneinander krachen und wenn die Auffassungen über die Zukunft auseinanderklaffen.

Genauso im Privaten: wenn Eltern und Kinder brechen, Alte und Junge keinen Weg mehr sehen miteinander sein zu können, wenn der letzte Rest gemeinsamen Verständnisses gegangen ist. Unternehmer, Führungskräfte und Unternehmerfamilien, die sich in der Nachfolgephase befinden, können ganz besonders ein Lied davon singen.

Wie ist dieser generationenübergreifende Konflikt zu lösen?
Gibt es überhaupt eine Lösung dafür?
Und wenn ja, wie könnte diese aussehen?

Das Problem steckt viel tiefer als oft angenommen wird.

Wenn Generationen aneinander krachen, werden die eigenen Positionen vehement verteidigt und dem jeweils anderen großes Unverständnis vorgeworfen. Möglicherweise zu Recht. Der Blick auf die Oberfläche reicht jedoch nicht. Bei genauem Hinsehen wird eines deutlich: Es geht um Etwas, das beiden wirklich wichtig ist.

Es geht ihnen um die Erfüllung ihrer jeweils eigenen Werte.
Werte sind das, was unser Leben und unser tägliches Handeln bestimmen.

Eine aktuelle Studie von Integral Markforschung über Sinus-Milieus® in Österreich zeigt dies deutlich sehr deutlich: Die Werteorientierungen der Generationen, wie z.B. der Baby-Boomer und der Generation Y, Z, ..., klaffen wie breite tiefe Schluchten auseinander.

Doch was nun?
In den meisten Konflikten bleibt die Kommunikation auf der Inhaltsebene stecken. Menschen kritisieren die andere Person oder das Verhalten der anderen Person, in dem sie z.B. sagen: „Du bist unfähig“, oder „Du machst das falsch.“ Der Konfliktpartner kontert mit einem verbalen Gegenangriff.
Die Fronten verhärten sich zusehends. 

Wesentlich zielführender wäre es jedoch, nicht auf den Inhalt des Gehörten zu reflektieren, sondern die dahinterliegende Absicht herauszufinden.

Geeignete Fragestellungen sind: „Woran erkennst Du, dass ich unfähig bin?“ oder „Wie weißt Du, dass ich das falsch mache?“. Je früher wir beginnen, sogenannte Meta-Fragen zu stellen, desto leichter finden wir die Absichten und somit die Werte unserer Partner und verstehen viel besser, wie uns unterschiedliche Dinge unterschiedlich wichtig sind. Und wir finden ebenso Gemeinsamkeiten, auf die wir unseren Fokus legen sollten, um die bestehenden unterschiedliche Sichtweisen in ein win-win-Szenario überzuführen.

DI Thomas W. Albrecht

ist Experte für Authentizität und mentale Innovation. Er ist Speaker, Autor, Coach und Mentor, sowie Mitglied im Österr. Gewerbeverein und im Wirtschaftsforum der Führungskräfte Österreichs. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Führungskraft und als Unternehmer weiß er was es bedeutet, Verantwortung zu tragen und immer wieder an Grenzen zu stoßen. Vielen seiner Klienten geht es so, dass sie bis zum Umfallen arbeiten, der Haussegen bereits schief hängt, die eigenen Kinder kaum noch sehen, der Stress einen übermannt und die Grenzen der Überforderung bald überschritten sind. Er bringt sie zurück zu Ihrer Authentizität und zu Ihrer Lebensfreude, damit sie in Zukunft in jeder Situation wieder klar, fokussiert und exzellent handeln können. twa.gmbh