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Kreislaufwirtschaftsdelegation: Allianz für Rohstoffe und zirkuläre Wirtschaft

Was ist Kreislaufwirtschaft – und warum ist sie so wichtig?

Die Kreislaufwirtschaft wird das dominierende Wirtschaftssystem der Zukunft sein. Der Hintergrund: In Europa wird es künftig einen Ressourcen- und Rohstoffmangel geben. Rohstoffe dürfen deshalb nicht verloren gehen, sondern müssen im Kreislauf geführt werden – für Versorgungssicherheit, Preisstabilität und strategische Unabhängigkeit von Asien, den USA und anderen Regionen.

Kreislaufwirtschaft ist damit nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern vor allem Innovation und Chance: Sie eröffnet neue Geschäftsmodelle wie Reparaturangebote, Rücknahmesysteme und die Nutzung sekundärer Rohstoffmärkte.

Zentrales Element ist das Circular Design: Produkte müssen von Beginn an so gestaltet werden, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden können – von der Materialauswahl bis zur Rückführung. Damit die Umstellung gelingt, braucht es Planungssicherheit durch Transparenz in Regulatorik und Berichtswesen sowie Kooperationen, Begeisterung und Überzeugung aller Beteiligten.

Für österreichische und europäische Unternehmen liegt darin eine große Chance, konkurrenzfähig und unabhängig zu bleiben. Österreich hat das Potenzial, zum „Leuchtturmprojekt Kreislaufwirtschaft“ in Europa zu werden – im Sinne der nächsten Generationen.

Was ist die Kreislaufwirtschaftsdelegation – und was macht sie?

Die Kreislaufwirtschaftsdelegation („KWD“) wurde im Frühling 2025 von ÖGV-Vizepräsidenten Reinhard Backhausen initiiert und gegründet.

Ihr Ziel ist der Ausbau einer unabhängigen Allianz für Rohstoffe und zirkuläre Wirtschaft, um die praktische Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in Österreich rasch voranzutreiben. Angesprochen sind Bundesregierung und Ministerien (BMWET, BMLUK, BMIMI), Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Handelsverband sowie österreichische Unternehmen.

Konkret arbeitet die KWD an folgenden Schwerpunkten: Kooperation mit den Ministerien zur Schaffung passender Rahmenbedingungen, Verordnungen, Gesetze, Förderungen und finanzieller Anreize; laufende Erweiterung und Übergabe eines Maßnahmen-, Forderungs- und Aktionskatalogs; gemeinsame Informationskampagnen mit Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Handelsverband; Gespräche mit Politiker:innen aller Parteien; Zusammenarbeit mit NGOs und Medien sowie PR- und Social-Media-Arbeit. Zu den bisherigen Aktivitäten zählen unter anderem Besuche bei Bundesminister Norbert Totschnig (BMLUK), in der Wirtschaftskammer Österreich und bei Bundesminister Peter Hanke (BMIMI). Best-Practice-Beispiele werden im „Kompass Kreislaufwirtschaft“ gesammelt (kompasskreislaufwirtschaft.at).

Der an die Ministerien übergebene Maßnahmen- und Forderungskatalog wird dabei laufend konkreter. Zu den zentralen Forderungen zählen: die Beseitigung regulatorischer Hemmnisse – vor allem im Abfallrecht; die Nutzung der öffentlichen Beschaffung, um Nachfrage nach zirkulären Produkten zu schaffen; der Auf- und Ausbau eines grenzüberschreitenden Sekundärrohstoffmarkts; konkrete Unterstützungsangebote für Unternehmen (Information, Aus- und Weiterbildung, Beratung, Vernetzung), besonders für KMU; sowie fiskalische Anreize für zirkulär wirtschaftende Unternehmen.

Die Delegation versteht sich als Schulterschluss aller Stakeholder – denn Kreislaufwirtschaft funktioniert nur gemeinsam.

Hier findet ihr die zentralen Dokumente der KWD zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in Österreich, wie etwa den Forderungen- oder Maßnahmenkatalog.

Wer ist dabei?

Die Kreislaufwirtschaftsdelegation umfasst 66 Mitglieder aus Unternehmen, Organisationen, Universitäten und beratenden Berufen (Stand: Juli 2026).

Unternehmen (44): ALPLA-Gruppe, Andritz, Ankerbrot, Baumit, Billa AG, Brantner Green Solutions, Cancom, Coca-Cola, Engel-Holding, EPEA – Part of Drees & Sommer, Werner & Mertz (Erdal-Frosch), Erema-Group, Greiner AG, IKEA Austria, Infineon, Interzero, ISI-Group, Lenzing, Lohmann & Rauscher, Manz-Verlag, Mondi-Group, Naturhistorisches Museum, Nespresso, OMV, Österreichische Hagelversicherung, Ovotherm International, Porr, Prinzhorn-Holding, Raiffeisen Bank International, Red Bull, Saint-Gobain, Salesianer-Miettex, Saubermacher AG, Schachinger-Logistik, Semperit AG Holding, Siemens Niederösterreich, Siemens Österreich, Siemens Energy Austria, Simacek, Starlinger, Strabag AG, Vöslauer, Welser Profile, Wienerberger.

Organisationen (14): Austrian Standards, Business Circle, ETA Ecopreneur, Ghezzo, Forum for Future, Handelsverband, Industriellenvereinigung Österreich und Niederösterreich, ÖGUT, ÖGV, Plattform Verpackung mit Zukunft, Quality Austria, respACT, Ressourcen Forum Austria, Senat der Wirtschaft.

Universitäten (5): Charlotte Fresenius Privatuniversität für Nachhaltigkeit Wien, Fachhochschule Wiener Neustadt (Biotech Campus Tulln), Montanuniversität Leoben, Technische Universität Wien, Wirtschaftsuniversität Wien.

Recht und Wirtschaftsprüfer (3): Moser-Marzi Rechtsanwälte, Schiefer Rechtsanwälte und die Wirtschaftsprüfung KPMG Advisory.

Kontakt

Reinhard Backhausen, ÖGV-Vizepräsident

Palais Eschenbach, Eschenbachgasse 11, 1010 Wien

r.backhausen@gewerbeverein.at · +43 676 69 24 909

www.kreislaufwirtschaftsdelegation.at