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Unternehmerisch gesehen
ist Optimismus Pflicht
2. Oktober 2017
2. Oktober 2017

Chance und Risiko: dabei ist Optimismus Pflicht

Bei der unternehmerischen Tätigkeit handelt es sich um Chance und Risiko zugleich.

„Unternehmer sein – Ungewissheit schultern“ – so lautet der Titel des Kapitels „Die Funktion des Unternehmers“ in der Unternehmerethik des Österreichischen Gewerbevereins. Beschrieben wird darin die ursächliche Aufgabe des Unternehmers: heute zu erkennen, was die Kunden morgen brauchen. Der Unternehmer soll investieren und in der Lage sein, die in Zukunft gewünschten Waren und Dienstleistungen zu liefern, wenn sie gebraucht werden. Bewältigt ein Unternehmer diese Aufgabe gut, dann wird er dafür mit Gewinn entlohnt, verschätzt er sich oder erfüllt diese Aufgabe nicht ausreichend, dann wird dafür mit Verlusten, der Reduktion des eigenen Vermögens, bestraft.

Betrachten wir gemeinsam die erfolgreichen unternehmerischen Geschichten unserer Zeit:

Steve Jobs mit seinem Unternehmen Apple.

Sein unternehmerischer Start war davon geprägt, Zeit und Geld in ein Produkt zu investieren, von dem er selbst mit seinem Team bis zur Selbstaufgabe überzeugt war. Das Garagenunternehmen bestehend aus einer sehr heterogenen Truppe wuchs innerhalb von 14 Jahren zu einem der wichtigsten Akteure im Heimcomputermarkt heran und wurde zu einer erstaunlich erfolgreichen Kapitalanlagengesellschaft.

Eine Bestätigung der ursächlichen unternehmerischen Aufgabe: Ungewissheit zu schultern, heute an etwas zu arbeiten und in etwas zu investieren, was morgen Abnehmer findet und einen Gewinn verspricht.

Der kommerzielle Erfolg des Macintosh war der erste erfolgreiche Treffer von Steve Jobs und seinem Team. Wie wir alle wissen ist der wirklich große Wurf erst später gelungen: Am 9. Jänner 2007 präsentierte Apple das iPhone der Öffentlichkeit - eine Innovation, die den Markt und unsere Art der Kommunikation nachhaltig verändern sollte.

Wenn man Disruption beschreiben will, dann ist das Smartphone wohl eines der besten Beispiele. Niemand hatte das Rad neu erfunden, keine der Funktionen des iPhones waren wirklich neu. Es wurde schlichtweg die Kombination der Anwendungen sowie die Oberfläche neu gedacht und damit der Markt für Mobiltelefone revolutioniert. Durch zahlreiche Apps wurden viele neue Geschäftsfelder geöffnet und der Erfolg entsprechend ausgeweitet. Am Ende führte ausgesprochen tolles Marketing dazu, dass eine Bewegung entstand. Das iPhone wurde kurzfristig zu einem sozialen Statement, und das Produkt erlangte einen erstaunlich hohen Verkaufspreis mit immensen Erfolgen für den Konzern.

Welches Erfolgsrezept steckt aber hinter dieser Story?

Was gibt uns die Energie, in einer Garage und unter widrigsten Bedingungen akribisch genau an einer Sache weiter zu arbeiten, in der festen Meinung, die Welt würde darauf warten. Was hält uns in der Spur und was lässt uns hartnäckig bleiben, auch wenn es einmal nicht so gut aussieht?

Es ist die Fähigkeit, an etwas zu glauben. Es ist das Können die Zukunft gedanklich vorwegzunehmen und unbeirrt und zielgesteuert seinen Weg für diese eine Sache zu gehen. Kurzum: Es ist ein bahnbrechender Optimismus für den eigenen Weg.

Wie wir an der Geschichte von Apple und an der Geschichte von Steve Jobs erkennen können, ist es gar nicht so sehr das jeweilige Produkt sondern vielmehr die Fähigkeit optimistisch und hoffnungsvoll an einer Sache zu arbeiten. Auch wenn es einmal nicht so gut aussieht darauf zu hoffen, dass sich die Rahmenbedingungen wieder verbessern.

Genau dieser Optimismus wird dann schlussendlich unternehmerisch belohnt, nämlich dann, wenn er für einen selbst und das jeweilige Umfeld zur Realität wird. Nicht zuletzt deswegen folgen wir alle gerne einer Vision, die uns eine optimistische Zukunft verspricht und schließen uns gerne Menschen an, die zuversichtlich in die Zukunft gehen. Summa summarum sind Lösungsorientierung und Optimismus zwar ursächliche und existentielle Aufgaben des Unternehmers, sie sind aber auch für unsere Gesellschaft eine unabdingbare Einstellung um sich erfolgreich weiter entwickeln zu können. 

Georg Greutter (c) www.carostrasnik.com

Autor: Georg Greutter, MBA

Leitung des Referates Gesellschaftspolitik im ÖGV