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Forschung und Entwicklung
21. Juni 2018
21. Juni 2018

Forschende Unternehmen in langfristiger Perspektive

Österreichische Unternehmen investieren immer mehr in Forschung & Entwicklung;
kleine F&E-Betreibende haben es allerdings nicht leicht.

Wien (AIT): In Österreich gelingt es nur sehr wenigen kleinen Unternehmen, in die Gruppe der großen forschungsintensiven Player aufzusteigen, wie eine neue Publikation des AIT Austrian Institute of Technology zeigt. Der Zuwachs bei den F&E-Ausgaben zwischen 2002 und 2013 geht zum überwiegenden Teil auf das Konto etablierter Unternehmen.

 

Kleine Unternehmen entwickeln sich nur selten zu forschungsintensiven Playern

Die F&E-Ausgaben der Unternehmen haben sich in Österreich seit dem Jahr 2002 mehr als verdoppelt. Eine Untersuchung des AIT prüfte nun den Beitrag verschiedener Unternehmenstypen zu dieser Entwicklung. Die Analyse zeigt, dass für den gesamten Anstieg der F&E-Ausgaben zwischen 2002 und 2013 vor allem die großen, bereits etablierten Firmen verantwortlich waren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Firmen und Neugründungen in die Gruppe der forschungsintensiven Player aufsteigen, liegt annähernd bei null. Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass diese Unternehmen ihre Tätigkeit einstellen. 62% der F&E-Ausgaben des Jahres 2013 stammen von Unternehmen, die bereits im Jahr 2002 Forschung & Entwicklung betrieben haben.

Bernhard Dachs, Senior Scientist am AIT Center for Innovation Systems & Policy sagt: „Wir sehen große Zuwächse bei den F&E-Ausgaben vor allem bei international agierenden Unternehmen und bei den Tochtergesellschaften multinationaler Unternehmen in Österreich. Die Internationalisierung treibt die Forschungsintensität voran“.

Genaue Analyse des österreichischen Innovationssystems nötig

Unterschiedliche Aspekte im österreichischen Innovationssystem halten kleine Firmen davon ab, sich zu R&D Leaders zu entwickeln. Studien haben in der Vergangenheit das Fehlen eines Umfelds für die Entwicklung radikaler Innovationen kritisiert. Das beinhaltet etwa geringes oder nicht vorhandenes Risikokapital, eine tendenziell konservative Förderlandschaft sowie zu wenig Grundlagenforschung. „Eine genaue Analyse der Gründe ist notwendig, um gezielter fördern zu können und so dem österreichischen Innovationssystem mehr Schwung zu verleihen“, so Bernhard Dachs.

Entwicklungspfade von F&E-betreibenden Unternehmen in verschiedenen Größenklassen zwischen 2002 bis 2013.

Erläuterung: Im Jahr 2002 haben 379 F&E-betreibende Firmen mit bis zu neun Beschäftigten existiert (rote Gruppe). Im Jahr 2013 sind es bereits 1.135 Unternehmen. Allerdings handelt es sich bei dem überwiegenden Teil davon um Neugründungen. Lediglich 53 der F&E-betreibenden Firmen haben schon 2002 existiert. 35 Firmen sind in die Größenklasse 10-49 Beschäftigte aufgestiegen, ein Unternehmen in die Größenklasse 20-249 Beschäftigte. In eine höhere Größenklasse ist keines der überlebenden Unternehmen aufgestiegen.

Hier geht es zum Paper:

https://mpra.ub.uni-muenchen.de/87000/1/MPRA_paper_87000.pdf