Hans Sünkel, Gregory Winter, Heinz Fischer und Andreas Gnesda (c)Carina Karlovits/HBF

Exner Lectures Sir Gregory Winter

Fotos: Carina Karlovits/HBF, Franz Morgenbesser, Peter Korrak

Eine Geschichte, die von Antikörpergemischen aus Pferdeserum bis zu synthetisch herstellbaren Miniaturausgaben von monoklonalen Antikörpern reicht, stellte kürzlich der britische Biotech-Pionier Sir Gregory Winter in Wien dar. Der Anlass: Er wurde mit der Wilhelm- Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins ausgezeichnet, der ihm zu Ehren eine "monoklonale Antikörper-Lecture" organisierte.

Die Medaille wird jährlich seit 1921 von der ältesten österreichischen Organisation zur Vertretung von Wirtschaft, Industrie und Gewerbe (gegründet 1839) vergeben. Unter den Laureaten befanden sich bisher 21 Nobelpreisträger. Die Auszeichnung ist nach dem Wiener Techniker und Forstwissenschafter Wilhelm Exner (1840 bis 1931) benannt. Er stand auch hinter der Gründung des Technischen Gewerbemuseums (TGM) in Wien-Alsergrund und war 35 Jahre lang Rektor der damaligen Hochschule für Bodenkultur in Wien.

Der britische Biotech-Wissenschafter Gregory Winter passt jedenfalls in diese Riege. Er hat durch seine Arbeiten in Cambridge seit den 1970er-Jahren am Durchbruch der monoklonalen Antikörper in der Therapie von Krankheiten federführend mitgewirkt - sowohl als Wissenschafter als auch als Start-Up-Gründer (Cambridge Antibody Technology - CAT). Das Unternehmen wurde schließlich 2006 für 700 Millionen britische Pfund (998,57 Mio. Euro) an den Pharmakonzern AstraZeneca verkauft, der sich Jahre zuvor laut Winter - ähnlich wie andere Konzerne - uninteressiert gezeigt hatte.

Weg zur Biotech-Medizin geebnet

Dabei ebneten die Arbeiten des Briten erst den Weg zur modernen Biotech-Medizin mit monoklonalen Antikörpern. Nach Pferdesera des vergangenen Jahrhunderts mit Immunglobulin- Gemischen waren die ersten monoklonalen Antikörper, die zunächst in Mäusen hergestellt worden waren, ungeeignet für die Therapie von Menschen. "Damit konnte man zehn Tage behandeln. Dann entwickelten die Patienten Antikörper gegen die Maus-Antikörper", sagte der in Anwesenheit von Bundespräsident Heinz Fischer Geehrte.

Der erste Clou bestand darin, die Gene, die für den größten Teil der Antikörper vom Menschen verantwortlich sind, mit jenen Genen von Mäusen zu kombinieren, die für die Zielgerichtetheit der Gentech-Antikörper entscheidend sind. So blieben an den neuen monoklonalen Antikörpern nur noch ganz kleine Reste von Maus-Anteilen, was die Patienten tolerierten. Noch eleganter ist die von Winter und seinem Team später ebenfalls entwickelte Technik zur gezielten Produktion rein humaner monoklonaler Antikörper: durch das Anlegen von riesigen Antikörper-Bibliotheken mit Phagen (so etwas wie Bakterien-Viren; Anm.) und dem Heraussuchen der passendsten Varianten für einen bestimmten Anwendungszweck.

Umsatzstärkstes Biotech-Medikament

Der von Winter und seinem Team entwickelte humane monoklonale Antikörper Adalimumab zur Therapie der chronischen Polyarthritis war vergangenes Jahr weltweit das umsatzstärkste Biotech-Medikament mit einem Umsatz von 12,5 Milliarden US-Dollar (11,70 Mrd. Euro).

Nach dem Verkauf von CAT wandte sich der mit der Wilhelm-Exner-Medaille Ausgezeichnete neuen Projekten mit einem weiteren Unternehmen (Bycicle Therapeuctics) zu. Dabei geht es um die Entwicklung von Mini-Antikörperstrukturen, die sich bereits synthetisch herstellen lassen. "Die Kleinheit erleichtert die Penetration von Gewebe. Man kann sie chemisch produzieren. Für die Krebstherapie kann man daran Toxine anhängen", sagte Winter.



Wilhelm Exner Medaille 2014 an US-Spitzenforscher Thomas Hughes

ÖGV-Unternehmer 2014: Doppelmayr, Landertshammer, Schrenk

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) hat zum 80sten Male seit 1921 die Wilhelm-Exner-Medaille an einen herausragenden Wissenschaftler überreicht. Staatssekretär Harald Mahrer ehrte gestern mit Thomas Hughes (University of Texas) einen auch unternehmerisch höchst erfolgreichen Forscher, Maschinenbauer, Mathematiker, Luft und Raumfahrttechniker, dessen Beiträge zur numerischen Mechanik zu den Grundgesetzen ihrer Disziplin zählen. Gleichzeitig wurden drei herausragende Unternehmer, Michael Doppelmayr, Margarete Landertshammer und Stefan Schrenk, ausgezeichnet, denen es gelungen ist, solche Forschungs- und Erfahrungsergebnisse erfolgreich umzusetzen.

Staatssekretär Harald Mahrer strich die 175-jährige unternehmerische Tradition des ÖGV im Schnittfeld Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft hearus. Die Bewältigung des technologisch gestützten Wandels, die Fähigkeit durch Kreativität und wissenschaftliche Neugier letztlich auch die sozialen Herausforderungen zu bewältigen, zeichnen Östserreich besonders aus. Beim Zusammenwachsen der digitalen Netze quer durch die Wertschöpfungsketten, gilt es die Modelle zu prüfen, Chancen für Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu ergreifen und zukunftsfreudig anzunehmen. Die Geehrten stehen stellvertretend für diese kreative Zukunftsausrichtung.

Präsident Andreas Gnesda hob vor 250 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft den Gründungsauftrag des ÖGV, der den Austausch zwischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft geradezu erzwinge, hervor. An einem Ort des nachhaltigen Unternehmertums, wo sich Menschen treffen, die bereit sind, sich für eine Idee mit Risiko, kreativen Ideen und viel Leidenschaft zu engagieren, liege es nahe der Tradition eines Wilhelm Exners zu folgen, der seinerseits in einer spannenden Zeit eine ganze Reihe neuer Maßstäbe setzen konnte.


© Foto Schuster
vlnr. erste Reihe: Mag. Oswald Kothgassner, em.o.Univ.-Prof.Dr. Ilse Kryspin-Exner, Stefan Schrenk, Ehrenpräsidentin KommR Margarete Kriz-Zwittkovits, Margarete Landertshammer, Univ.-Prof.Dr. Thomas J.R. Hughes, Ing. Michael Doppelmayr, Ehrenpräsident Prof. KommR Dr. Ernst Pöcksteiner, Vizepräsident Generalkonsul Dkfm. Dr. Johann F. Kwizda, Konsul Peter Gaugg; zweite Reihe: Verwaltungsrat KommR Herbert Wimberger, O.Univ.-Prof.Dipl.-Ing.Dr.Hans Sünkel (Gf. der Wilhelm Exner Medaillen Stiftung), Generalsekretär Mag.(FH) Stephan Blahut, Vizepräsident Mag. Alexander Singer, Staatssekretär Dr. Harald Mahrer, Präsident Andreas Gnesda.

Wilhelm Exner Medaillenträger 2014 – Thomas Hughes

Thomas Hughes, Universität Texas, ist weltweit der wohl anerkannteste Forscher auf dem Gebiet der Computersimulation technischer und biomedizinischer Prozesse. Auf mehreren bedeutenden Gebieten der technischen Wissenschaften hat er fundamentale Beiträge verfasst, die mit weit über 56.000 Zitierungen richtungsweisend sind. Seine Beiträge zur numerischen Mechanik, zu Variationsmethoden komplexester Flüssigkeitsströmungen sowie zu patientenspezifischen biomedizinischen Modellierungen und Simulationen des Flussverhalten in Blutgefäßsystemen haben die Möglichkeiten in Medizin und Technik grundlegend weiterentwickelt. Hughes ist korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse.

ÖGV-Unternehmer 2014 – Michael Doppelmayr

Michael Doppelmayr führt seit 1994 die Doppelmayr-Garaventa-Gruppe in dritter Generation. Unter seiner Leitung sind die 33 Konzerngesellschaften mit 60 % Weltmarktanteil und mit 14.500 Liftanlagen in 88 Ländern auf 6 Kontinenten präsent. 2.400 Mitarbeiter erarbeiten einen Umsatz von 800 Millionen Euro und ein respektables Jahresergebnis. Als rezente Beispiele seien das anlässlich der olympischen Spiele 2012 hochinteressante Stadtseilbahn-Projekt in London und das Stadtseilbahnprojekt La Paz mit einer Investitionssumme von 235 Millionen Euro, das mehrere hoch gelegene Stadtteile verbindet, genannt. In Sotchi findet man wahrscheinlich die höchste Dichte an Doppelmayr-Liften, mit gerundet 40 Anlagen, die zum Erfolg der olympischen Winterspiele 2014 so maßgeblich beigetragen haben.

ÖGV-Unternehmerin 2014 – Margarete Landertshammer

Margarete Landertshammer ist geschäftsführende Gesellschafterin der Unternehmensgruppe Helwacht, das sie
mit nur 19 Jahren nach dem tragisch frühen Tod ihres Vaters übernommen hat. Gemeinsam mit ihrem Bruder hat sie den 1899 gegründeten Familienbetrieb in den letzten 40 Jahren in ein modernes, Technologie-treibendes Unternehmen geformt. Das Dienstleistungsangebot wurde erfolgreich um Soft-, aber auch Hardwareentwicklung ergänzt. So können täglich 65.000 eingehende Meldungen verarbeitet werden, von denen es bei 2.500 zu telefonischen Kontaktaufnahmen mit Betroffenen kommt, was wiederum zu täglich etwa 20 tatsächlichen Einsätzen führt.

ÖGV-Unternehmer 2014 – Stefan Schrenk

Stefan Schrenk ist seit 2001 im 1977 gegründeten Familienbetrieb, der Schrenk GmbH, tätig. 2010 übernahm er die Unternehmensführung des heute auf 50 MitarbeiterInnen angewachsenen Spezialisten für den Treppenbau, der individuell gestaltete Holztreppen in bester Qualität innerhalb von zwei Werktagen im Zweischichtbetrieb montagebereit herzustellen weiß. 2013 wurde er als erster Treppenhersteller mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Stefan Schrenk ist weit über den eigenen Betrieb hinaus, ua. als Gründer und Projektleiter der Initiative „Waldvierter Handwerker“, für die wirtschaftliche Entwicklung des Waldviertels engagiert.

Wilhelm Exner Preis für Psychologie 2014 – Oswald Kothgassner

Der WEM-Preis für Psychologie wird stets an hervorragende Jungwissenschafter/innen vergeben wird, die zum Zeitpunkt der Preiseinreichung ihr 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Mit dem Preis wurde 2014 Oswald Kothgassner ausgezeichnet, dessen Forschungsarbeit zum einen zeigt, dass soziale Ausgrenzung auch über virtuelle Realitäten und digitale soziale Netzwerke ähnlich negative Effekte auf Menschen haben kann wie es in der wirklichen Welt zu erwarten wäre. Zum anderen zeigt seine Untersuchung neue Möglichkeiten auf, experimentelle Studien in Zukunft valider und ökonomischer durchzuführen. Interaktionsparadigmen könnten dabei mittels Virtueller Realität vorgegeben werden und der Einsatz von Avataren könnte die Untersuchung von Dyaden- und Gruppenprozessen unter standardisierten Bedingungen wesentlich vereinfachen oder in manchen Fällen gar erst möglich machen.

Die Wilhelm Exner Medaille und „ÖGV Unternehmer des Jahres“

Wilhelm Exner (1840 - 1931), Ehrenpräsident des ÖGV, betrachtete die zu seiner Zeit stattfindenden umwälzenden Veränderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stets als große Chance und war darauf ausgerichtet, dabei auftretende Probleme offensiv und konstruktiv zu bewältigen. Mit der Medaille ehrte der Österreichische Gewerbeverein bisher 232 Forscher und Erfinder, darunter 21 Nobelpreisträger, deren Theorien, Erkenntnisse und Resultate wichtige gewerbe-industrielle Anwendungen hervorbrachten oder anbahnten. Ganz im Sinne Exners ehrt der ÖGV jedes Jahr auch herausragende Unternehmer und ihre Mitarbeiter, die mit ihrem großen Einsatz solche und ähnliche Ideen erfolgreich praktisch umsetzen.

Der Österreichische Gewerbeverein setzt damit jedes Jahr ein klares Zeichen dafür, dass nur das kooperative Zusammenwirken zwischen Forschern, Unternehmern und Mitarbeitern die solide Basis für Wohlstand und Wachstum ist. Wilhelm Exner förderte zeitlebens diese drei Eckpfeiler der wirtschaftlichen Weiterentwicklung, der Gewerbeverein fühlt sich diesem Engagement auch heute verpflichtet.


Wilhelm Exner Medaille 2013

Wilhelm Exner Medaille | 18. November 2013

Die Wilhelm Exner Medaille und „ÖGV Unternehmer des Jahres“

Wilhelm Exner (1840 - 1931), Ehrenpräsident des ÖGV, betrachtete die zu seiner Zeit stattfindenden umwälzenden Veränderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stets als große Chance und war darauf ausgerichtet, dabei auftretende Probleme offensiv und konstruktiv zu bewältigen. Mit der Medaille ehrte der Österreichische Gewerbeverein bisher 232 Forscher und Erfinder, darunter 21 Nobelpreisträger, deren Theorien, Erkenntnisse und Resultate wichtige gewerbe-industrielle Anwendungen hervorbrachten oder anbahnten. Ganz im Sinne Exners ehrt der ÖGV jedes Jahr auch herausragende Unternehmer und ihre Mitarbeiter, die mit ihrem großen Einsatz solche und ähnliche Ideen erfolgreich praktisch umsetzen.

Der Österreichische Gewerbeverein setzt damit jedes Jahr ein klares Zeichen dafür, dass nur das kooperative Zusammenwirken zwischen Forschern, Unternehmern und Mitarbeitern, die solide Basis für Wohlstand und Wachstum ist. Wilhelm Exner förderte zeitlebens diese drei Eckpfeiler der wirtschaftlichen Weiterentwicklung, der Gewerbeverein fühlt sich diesem Engagement auch heute verpflichtet.

Wilhelm Exner Medaillenträger 2013 – Joseph Jacobson

Joseph Jacobson, Erfinder der e-Ink, der elektronischen Tinte, ist der Leiter der “Molecular Machines Group” am Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Durch diesen Durchbruch gilt Jacobson als Geburtshelfer aller e-Books.  Jacobson hat mehrere Unternehmen auf Basis seiner Forschungsarbeit gegründet, wie E-Ink, Gen9 oder Kovio und strebt heute an, ein 10-Dollar-Ebook unter Ausnützen drucktechnischer Verfahren zur Marktreife zu bringen.

Wilhelm Exner Medaillenträger 2013 –  Heinz Redl

Heinz Redl ist der Forschungschef in Österreichs größter „Reparaturwerkstatt des menschlichen Körpers“ dem Ludwig-Boltzmann-Instituts für Traumatologie in Wien. Zudem ist Redl Koordinator des Forschungsclusters für Geweberegeneration, an dem immer mehr Forschungsgruppen teilnehmen, die an einer schnelleren und besseren Heilung von Wunden, Brüchen und Verletzungen interessiert sind.

Wilhelm Exner Preis für besondere Leistungen im
Technologietransfer 2013 –  Bernhard Zagar


Bernhard Zagar steht dem Institut für Messtechnik der JKU Linz vor. Seine besondere Stärke liegt in seinem unermüdlichen Drang, die erarbeiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse auch in fachlich weit von der ursprünglichen Fragestellung liegenden Gebieten zum Einsatz zu bringen und dadurch unternehmensübergreifende interdisziplinäre Kooperationen zu fördern.

Unternehmerin 2013 – Gabriele Ambros (Bohmann Druck & Verlag)

Gabriele Ambros führt eines der wichtigsten Verlagshäuser Österreichs. Das Wiener Traditionsunternehmen Bohmann ist heute als Full-Service Dienstleister in Zentral- und Osteuropa im Verlagswesen, Multimedia und Public Relations unterwegs. Zudem ist Ambros als Präsidentin der Forschung Austria eine Keyplayerin wenn es darum geht wissenschaftliche Forscher und unternehmerische Umsetzer zu Höchstleistungen zu treiben.

Unternehmer 2013 – Hans Roth (Saubermacher)

Hans Roth vereinigt die Ideale Wilhelm Exners in sich: als Erfinder, als Beweger und als Verbinder. Sein Lebenswerk Saubermacher spiegelt alle Facetten des Oststeierers Roth wider: Aus einer Nebenbeschäftigung mit fünf Mitarbeitern erwuchs ein europaweit agierender, in jeder hinsichtig nachhaltiger „Ressourcen-Broker“ mit 45.000 Kunden aus Handel, Gewerbe und Industrie.

Unternehmer 2013 – Christian Plas (denkstatt)

Christian Plas' denkstatt ist eines der führenden Beratungsunternehmen in den Bereichen betrieblicher Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung. Das interdisziplinär aufgestellte denkstatt-Team berät Organisationen in sämtlichen Fragen der ökonomischen ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. 1993 gegründet, gibt das Unternehmern seither wichtige Impulse zu profunden und grundlegenden Veränderungen bis hin zu nachhaltigen Produkten.




Wilhelm Exner Medaille | 19.November 2012


Die Wilhelm Exner Medaillen Stiftung des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV) zeichnete Montag Abend drei herausragende Forscher aus, die zur Gänze den von Wilhelm Exner vertretenen Prinzipien entsprechen. Ihre vielfältigen Forschungsergebnisse haben dabei stets einen Bezug zur unternehmerischen Praxis.

Nach dem Empfang durch Bundespräsident Heinz Fischer, war es Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, der die Auszeichnungen an Nobelpreisträger Ted Hänsch (Max Planck Institut für Quantenoptik), der Materialwissenschaftler mit österreichischen Wurzeln Friedrich Prinz (Stanford) und den amerikanischen Biotechnologe Robert Langer (MIT) überreichte. Ihre Entdeckungen zählen heute zu den Grundgesetzen ihrer Disziplinen.

Sie haben Erkenntnisse hervorgebracht, die das Fundament für das Wachstum von Industrie und Gewerbe bildeten und bilden. Um solche Forschungsergebnisse industriell oder gewerblich umzusetzen, braucht es mutige Unternehmer, die gesamthaft nachhaltig denken und durch stetige Innovationen ihre Betriebe auf lange Sicht erfolgreich führen.


Wilhelm Exner Medaille 2012 (6.3 MB)

Konsequenterweise ehrt der ÖGV diese Entrepreneure für ihr unternehmerisches Lebenswerk: Den Niederösterreichischen Emaillespezialist Friedrich Riess von Riess Kelomat, den Wiener Presse-Großvertreiber Emmerich Selch von Morawa und den Vorarlberger Biopionier Werner Lampert.

Seit 1921 verleiht der ÖGV die nach dem österreichischen Wirtschafts- und Technikförderer benannte Wilhelm Exner Medaille. In 91 Jahren ging sie an 234 außergewöhnliche Wissenschaftler und Erfinder, davon 21 Nobelpreisträger.


Wilhelm Exner Medaille 2012 | Prof. Dr. Ted Hänsch (5.6 MB)

Theodor Hänsch ist ein Pionier der Laserspektroskopie und wurde bereits 2005 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Seine Entwicklung des sogenannten Frequenzkammes, der erst die Herstellung der hochpräzisen Atomuhren ermöglichte, hat zu einer Revolution in der Zeitmessung geführt. Der Frequenzkamm war u.a. für die Messung der Erddrehung oder der Entfernungen in der Astronomie eine Schlüssel-Erfindung. Einsteins Relativitätstheorie kann seither neuen hochpräzisen Tests unterzogen werden. Als „echter“ Exner-Medaillenträger hält Hänsch 40 Patente und gründete die Firma Menlo-Systems.


Wilhelm Exner Medaille 2012 | Prof. Dr. Rober Langer (5.8 MB)

Robert Langer ist einer der innovativsten Forscher auf dem Feld der Pharmakotherapie. Der Biotechnologe entdeckte die fundamentalen Mechanismen von Biomolekülen und ist Spezialist dafür, wie Wirkstoffe an den Zielort im Körper transportiert und exakt freigesetzt werden können. Damit revolutionierte er die Behandlung verschiedener Krebs- und Herzerkrankungen. Zudem ist er für seine Forschungsergebnisse im Bereich für die künstliche Entwicklung von Blutgefäßen und Muskelgewebe hoch ausgezeichnet. Langer ist ohne Zweifel einer der produktiven „Erfinder“ in der Medizin und gründete zahlreiche Unternehmen.


Wilhelm Exner Medaille 2012 | Prof. Dr. Friedrich Prinz (5.8 MB)

Friedrich Prinz konnte die „Mold Shape Deposition“ entwickeln, die es erlaubt komplexe Freiformteile in Spezialmaterialien mit hoher Präzision herzustellen. Dies beflügelte die Erforschung von Mikroturbinen, Mesofluggeräten und der Mikrorobotik im Anwendungsbereich von Energiesystemen über medizinische Geräte bis zur Raumfahrttechnik. Prinz baute an der Universität Standford das „Rapid Prototyping“ Labor auf. Dieses Fertigungsverfahren erlaubt es CAD-Daten ohne manuelle Umwege direkt in Werkstücke umzusetzen. Er befasst sich auch mit der Miniaturisierung von Energieumwandlern und Energiespeichern. Seine Forschung reicht von biologischen Systemen, etwa Algenzellen, über nanostrukturierte Solarzellen bis zur Erforschung von Energiespeichern auf Basis quantenmechanischer Effekte.


Wilhelm Exner Preis 2012 | Dr. Lena Fleig (7.5 MB)

Lena Fleig, Arbeits- und Gesundheitspsyhologin an der Freien Universität Berlin wurde mit dem Wilhelm Exner Preis für Jungwissenschaftler für Ihre grundlegenden Forschungsarbeiten zu Effektivität und Wirkmechanismen eines psychologischen Nachsorgeprogrammes zur Aufrechterhaltung von körperlicher Aktivität bei kardiologischen und orthopädischen Rehabilitanden.


Unternehmer 2012 | Walter Lampert (5.8 MB)

Werner Lampert zählt in Europa zu den Wegbereitern im Bereich nachhaltiger Produkte und deren Entwicklung. Der Biopionier beschäftigt sich seit den 1970er-Jahren intensiv mit biologischem Anbau. Mit Ja! Natürlich (für Rewe) und Zurück zum Ursprung (für Hofer) entwickelte er zwei der erfolgreichsten Bio-Marken im deutschen Sprachraum. Werner Lampert hat sich auf die Entwicklung, Erzeugung und Vermarktung nachhaltiger Bio-Produkte und Konsumgüter spezialisiert und setzt mit seinem "Prüf Nach!-Qualitätszeichen" im Bio-Lebensmittel neue Maßstäbe.


Unternehmer 2012 | Ing. Friedrich Riess, Riess Kelomat (5.9 MB)

Friedrich Riess führt einen der ältesten Familienbetriebe in Österreich, der sich als letzter seiner Art auf das Emaillieren von Geschirr und Schildern versteht – wer kennt nicht die blauweissen Wiener Straßenschilder oder jene in Graz, Innsbruck, Linz, Triest...? Riess formt zudem Metall um und hält mit seinen Kleinteilen unter anderem BMW, KTM oder Steyr Daimler Puch am Rollen. Friedrich Riess und seine Familie haben bewiesen, dass sie in Generationen denken. Sie treiben ihr wunderbares Unternehmen ökologisch, ökonomisch und im sozialen Sinne ganzheitlich und erfolgreich voran.


Unternehmer 2012 | Dr. Emmerich Selch, Morawa (6.5 MB)

Emmerich Selch führt ein ebenso eindrucksvolles Unternehmen. Der Buch- und Zeitschriften Großhändler Morawa trägt den Namen seines Großvaters und ist seit 135 Jahren mit der Auslieferung von Zeitungen und in der Folge auch von Büchern befasst. Dr. Selch steht seit 30 Jahren an Morawas Spitze und formte den Betrieb in dieser Zeit zu einem quirligen Konzern um, dessen wichtigste Aktivität weiterhin der Pressevertrieb bleibt. Es sollte hier nicht unerwähnt bleiben, dass Morawa gemäß dem globalen Partnerschaft Klimabündnis in vorbildlicher Weise mit Energie und Ressourcen umgeht.


Die Fotos können mit dem Hinweis "©Foto Schuster" frei verwendet werden. Bitte Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Bild und wählen Sie mit "Speichern unter" den entsprechenden Speicherort auf Ihrem Computer.




Wilhelm Exner Medaille | 28.November 2011

Zum neunzigsten Male jährt sich heuer die erste Verleihung der Wilhelm-Exner-Medaille. In diesem Jahr wurde die Ehre Univ.-Prof.Dr.Dr.hc mult. Manfred Eigen und Univ.-Prof.Dr.Dr.hc mult. Michael Grätzel zu teil.
Mit dieser Auszeichnung ehrt der Österreichische Gewerbeverein seit 1921 bedeutende Wissenschafter, deren Theorien, Erkenntnisse und Resultate wichtige gewerbeindustrielle Anwendungen hervorbrachten oder anbahnten. Darunter Physiker, Chemiker oder Biologen ebenso, wie Erfinder und Konstrukteure, deren Ideen und Entwürfe neue Dimensionen des wirtschaftlichen Fortschritts eröffneten und die Entwicklung von Industrie und Gewerbe nachhaltig förderten. Unter den nun 226 Geehrten finden sich viele, die mit dem Nobelpreis und anderen höchsten wissenschaftlichen Preisen und Ehren ausgezeichnet wurden.


Die WILHELM EXNER MEDAILLE

(c) Alle Fotos: Foto Schuster

Die Wilhelm Exner Medaille wurde zum 76sten Male seit 1921 die Wilhelm-Exner-Medaille, heuer durch Wissenschaftsministerin Beatrix Karl, überreicht.

Die Verleihung der Medaille erfolgt an herausragende Wissenschaftler und Forscher, welche die Wirtschaft direkt oder indirekt durch besondere wissenschaftliche Leistungen in hervorragender Weise gefördert haben.
( www.wilhelmexner.org )



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